CHParlamentarische Initiative · 20260433
Ausgebürgert durch Heirat. Aufarbeitung und Wiedergutmachung für betroffene Schweizerinnen
Language
✓Introduced
Committee
3Floor vote
4Signed
Official status:Zugewiesen an die behandelnde Kommission
- Introduced
- 6/19/2026
- Chamber
- Nationalrat
- Official source
- Swiss Parliament
- Last verified
- Oct 8, 2026
The registry's own summary
What it does
Bis 1953 verloren Schweizerinnen, die einen Ausländer heirateten, grundsätzlich ihr Schweizer Bürgerrecht, sofern sie dadurch nicht staatenlos wurden. Diese sogenannte Heiratsregel beruhte lange auf Gewohnheitsrecht und wurde im Zweiten Weltkrieg durch Notrecht verschärft. Betroffen waren Frauen, die durch die Heirat rechtlich zu Ausländerinnen wurden – teils mit gravierenden Folgen für sie selbst und ihre Kinder, etwa betreffend Krieg, Flucht, Aufenthalt, Beruf und soziale Absicherung. Mit dem Bürgerrechtsgesetz von 1952 wurde die Heiratsregel abgeschwächt: Schweizerinnen konnten fortan erklären, ihr Bürgerrecht behalten zu wollen. Die vollständige bürgerrechtliche Gleichstellung wurde jedoch erst später erreicht. Während für andere historische Unrechtstatbestände Formen der Aufarbeitung, Anerkennung oder Rehabilitierung geschaffen wurden, ist für die von der Heiratsregel betroffenen Frauen und ihre Nachkommen bis heute keine spezifische Aufarbeitung oder Wiedergutmachung erfolgt. Es ist ein Gesetz zur Rehabilitierung der Frauen, die aufgrund ihrer Heirat das Bürgerinnenrecht verloren haben, zu erlassen. Der Erlass soll folgende Punkte regeln: - Anerkennung des Unrechts, das den Betroffenen zugefügt wurde; - Verpflichtung, die Vorgänge und ihre Folgen historisch aufarbeiten zu lassen und offiziell anzuerkennen; - Erleichterung des Erwerbs oder Wiedererwerbs des Schweizer Bürgerinnenrechts für betroffene Frauen und ihre Nachkommen; - die symbolische Wiedergutmachung, wie etwa eine öffentliche Entschuldigung, ein Bericht, eine Gedenktafel oder ein anderer Erinnerungsort Ausgebürgert durch Heirat. Aufarbeitung und Wiedergutmachung für betroffene Schweizerinnen
Who proposed it
Sponsors by party
- 1Sozialdemokratische Partei der Schweiz20
- 2GRÜNE Schweiz10
- 3Evangelische Volkspartei der Schweiz1
- 4Alternative-die Grünen Kanton Zug1
- Dünki-BättigLead proponent
Where it was sent
No committee referral is recorded for this proposal.
These records span the legislative lifecycle. Each badge shows the record's current official state; the resulting law is linked only when the official source identifies it.