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CHPostulat · 20254288

Sozialberatung in der medizinischen Grundversorgung

Language
Introduced
2Committee
3Floor vote
4Signed

Official status:Stellungnahme zum Vorstoss liegt vor

Introduced
9/26/2025
Chamber
Nationalrat
Official source
Swiss Parliament
Last verified
Oct 8, 2026

The registry's own summary

What it does

Armut macht krank und Krankheit macht arm. Die Wechselwirkungen zwischen Krankheit und sozialem Abstieg sind vielfältig und gut belegt. Beispielsweise führt eine Krebserkrankung häufig zu sozialer Isolation, Ausstieg aus dem Erwerbsleben und zu finanziellen Herausforderungen. Umgekehrt sind sozial benachteiligte Menschen häufiger von Krankheit und psychischen Problemen betroffen. Durch mannigfaltige Belastungen in ihrem Alltag fällt es ihnen schwer, rechtzeitig Hilfe zu holen und sich an Therapien zu halten. Zudem sind allgemeine Sozialdienste und weitere Beratungsangebote oft überlastet. Studien im In- und Ausland zeigen, dass soziale Beratungen in der Grundversorgung zu weniger Hausarztbesuchen, weniger Spitalübernachtungen und weniger Notfalleinweisungen führt. Die Sozialberatung stabilisiert die komplexen und oft stark belasteten Lebenssituationen der Betroffenen und trägt nachweislich zur besseren psychischen Verfassung bei. Hausärzt:innen der Schweiz beschäftigen sich mehrere Stunden in der Woche mit sozialen Problemen der Patient:innen. Diese Arbeit kann effizienter und kompetenter von Fachpersonen der Sozialen Arbeit geleistet werden, was die Ärzteschaft entlastet. Pilotprojekte der Schweiz haben gezeigt, dass eine unabhängige Sozialberatung erfolgsversprechend ist. Solche Projekte sind aber wegen zeitlich beschränkter Finanzierung selten und müssen oft wieder aufgegeben werden. Damit sich der volkswirtschaftliche Nutzen einstellt, braucht es einfachere und nachhaltige Finanzierungsoptionen und eine Klärung der unterschiedlichen Rollen. Wie bereits in seiner Stellungnahme auf das Postulat Fivaz 24.4160 «Aufwertung der Sozialarbeit im Zusammenhang mit Gesundheit» ausgeführt, anerkennt der Bundesrat die zentrale Bedeutung der Sozialberatung für die medizinische Grundversorgung. Mit der von der Vorsteherin des EDI im November 2024 lancierten Erarbeitung der Agenda Grundversorgung soll sichergestellt werden, dass alle Menschen in der Schweiz Zugang zu einer qualitativ hochstehenden und für sie erreichbaren Grundversorgung haben. Ein zentrales Ziel der Agenda ist es, das Versorgungssystem zukunftsfähig und innovativ auszurichten. In diesem Zusammenhang soll auch die Integration der gesundheitsbezogenen sozialen Arbeit in die Grundversorgung untersucht werden. Geplant ist hierzu in einem ersten Schritt eine Bestandesaufnahme, die bestehende Angebote sowie Lücken im Bereich der Sozialberatung im Gesundheitswesen systematisch erfasst. Im Frühling 2026 wird dem Bundesrat ein gemeinsam mit Partnerorganisationen erarbeiteter Fachbericht zur Agenda Grundversorgung vorgelegt. Dieser Bericht wird konkrete Vorschläge zu Massnahmen sowie Empfehlungen zum weiteren Vorgehen bei deren Umsetzung enthalten. Auf dessen Basis soll der Bundesrat über die zu ergreifenden Massnahmen entscheiden. Das Anliegen des Postulates wird somit im Rahmen der Agenda Grundversorgung aufgenommen und bearbeitet, so dass sich das Erstellen eines weiteren Berichtes aus Sicht des Bundesrates erübrigt. Der Bundesrat beantragt die Ablehnung des Postulates. Der Bundesrat wird beauftragt, einen Bericht auszuarbeiten, in dem das heutige Angebot von Sozialberatung in der medizinischen Grundversorgung erhoben sowie deren Potential für die Früherkennung und Unterbrechung von schädlichen gesundheitlich-sozialen Wechselwirkungen eingeschätzt wird. Der Bericht soll insbesondere die folgenden Fragen beantworten: Welche Modelle von sozialer Beratung in der Grundversorgung gibt es in der Schweiz und wie werden sie finanziert? Welche Rolle spielen die unterschiedlichen Akteure in diesen Modellen: Grundversorger (Arztpraxen, Spitex, Apotheken), Bund, Kantone, Versicherer, Sozialhilfe, Sozialwesen? Welche Massnahmen sind für die Verbreitung von sozialer Beratung in der Grundversorgung aus Sicht des Bundesrates wünschenswert? Sozialberatung in der medizinischen Grundversorgung

Who proposed it

Sponsors by party

  1. 1
    GRÜNE Schweiz9
  2. 2
    Die Mitte4
  3. 3
    Sozialdemokratische Partei der Schweiz3
  4. 4
    Evangelische Volkspartei der Schweiz1
  • BulliardLead proponent

    Die Mitte · Nationalrat · Sponsor

  • Sozialdemokratische Partei der Schweiz · Nationalrat · Cosponsor

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  • GRÜNE Schweiz · Nationalrat · Cosponsor

Where it was sent

No committee referral is recorded for this proposal.

These records span the legislative lifecycle. Each badge shows the record's current official state; the resulting law is linked only when the official source identifies it.